Ich hatte keine klare Vorstellung vom Laienforum, von dem, was mich dort erwartete, wen ich dort treffen würde, was die Menschen dort zusammenführte. Jedoch das diesjährige Thema verhieß einen interessanten Gedankenaustausch, und der Tagungsort Prag, die goldene Stadt, die ich noch nicht kannte, sollte bekanntlich ja auch eine Reise wert sein. Ich entschloss mich, diese Reise zu wagen.
Prag erlebte ich als eine faszinierende Stadt der Gegensätze, die sehr facettenreich mit Prunk und Monumentalbauten, aber auch dem Erbe des ca. 50-jährigen Sozialismus aufwartete und mit vielen sehenswerten Kulturgütern und Grünanlagen beeindruckte. Eine Stadt, die uns Gästen eine besondere Gastfreundschaft bot, die uns insbesondere durch unsere tschechischen Gastgeber zuteil wurde mit ihrer liebevollen Planung eines tollen Programmes und ihrem unermüdlichen Einsatz für uns Gäste.
In diesem Jahr traf sich das Laienforum zum 20. Mal und wieder, wie damals zum ersten Mal in der goldenen Stadt. Der Bericht suchte und fand Heiligkeit in der Normalität
Die Anreise Es war schon kribbelnd, was da nicht alles an Hinderungsgründen auftauchte, als versucht wurde eine Fahrgemeinschaft zusammen zu stellen! Der Spruch: „Wenn Engel reisen, so lacht der Himmel!“ schien zum Angriffspunkt zu werden. Zuletzt waren wir drei Damen, die pünktlich gegen 8.00 Uhr in Sissach starten konnten und somit siegreich aus diesem Kampf hervor gingen. Leider musste Lisbeth alleine fahren, doch sie kannte sich aus mit langen Strecken und hatte uns sicher nach Prag gebracht. Als wäre das natürlich und nichts Aussergewöhnliches. Unterwegs hatten wir uns einiges zu erzählen, also langweilig wurde es gewiss nicht. Von leisem, verheissungsvollem Abendrot übergossen lag die Stadt dann endlich vor uns, und dank dem Navi landeten wir ohne Umwege bei unserem Hotel.
Das Hotel Müde aber dankbar machten wir uns auf den Weg, zu unseren Zimmern. Von aussen war das Hotel ein imposanter, grosser Bau. In seinem Innern eröffnete sich uns ein ebenso grosses und unentwirrbares Labyrinth. Da gab es Aufzüge, die nie beim Empfang ankamen. Die Zimmernummern waren wohl von irgendwo herabgeschneit; sie ergaben keinen Sinn und keine logische Folge in der Nummerierung – boten uns also auch keine Orientierung. In langen Gängen ohne Tageslicht wurde man leicht an unterirdische Horrorgeschichten erinnert. Plötzlich tauchte die Hinteransicht des Hotels auf, die so schön war, dass ich daran zweifelte, ob wir wirklich den richtigen Haupteingang erwischt hatten. Immer weiter ging es, mit sinkender Hoffnung auf Erfolg. Wir sahen schöne und weniger nette Innenhöfe, Seminarräume, die mit einzementierten Gartenbänken zum Dialog über 7m Distanz einluden, oder wie ein Möbellager für ausrangiertes Hotelinventar wirkten. Eine App zählte später 600 Schritte bis zum Zimmer! Irgendwann, den Tränen schon nahe, fand ich meine Zimmernummer, setzte mich aufs Bett und dachte nach: die Erkenntnis traf mich wie ein Blitz:“ Wir sind in einem Studentenhotel. Von ihnen darf einfach erwartet werden, dass sie ohne Probleme erkennen, „wie der Hase läuft!“ Immerhin sind wir sehr günstig untergebracht. Für mich bedeutete es, dass ich mich auf meinen inneren Kompass und die weibliche Intuition verlassen musste! (Wer mich kennt, weiss, welches Risiko so eingegangen wird.) Aber gegen Ende unseres Aufenthaltes, konnte ich sogar auf den Lift verzichten — denn die Treppe, ermöglichte einen perfekten Auftritt in der Lobby…
Was gab´s in PRAHA vom 10. bis 14. August 2016 / srpen 2016
(siehe Inhalte und Programm unten unter “Weiterlesen“/ v příloze zasílámprogram laienfora v němčině):
Zusammentreffen mit spirituell interessierten Teilnehmern aus fünf Ländern
Kennenlernen der örtlichen Gemeinde und des neugewählten tschech. a.k. Bischofs Dr. Pavel B. Stránský
Besichtigungen und Gastronomie des schönen Prags aus Insidersicht
Ausflug zur Burg Karlštejn (30 km. südwestlich von Prag)
Gesprächsgruppen zum Thema “Heiligkeit als Normalität?” mit “Spiritualität der Heiligen” (siehe unten)
Andachten / Meditationen der Ländergruppen zum Thema
z.B. in der Hl.-Kreuz-Rotunde und in der Hl.-Maria-Magdalena-Kapelle
Orgelkonzert von Eveline M. Jansen und festlicher Schlussgottesdienst (1. von Bischof Pavel in Starokath. Kathedrale am Petřín)
Beitrag von Johannes Reintjes: Anregung für Referat und Diskussion im Kirchencafe Ihrer Gemeinde:
Thesen der Referate und Gruppenarbeiten /
Hlavní teze referátu a skupinová práce
PhDr. Ing. Petr Krohe: Svatost jako normalita
Heiligkeit als Normalität von PhDr. Ing.Petr Krohe, Krankenhaus-Seelsorger, zuvor Ingenieur
Gott schuf uns heilig und Heiligkeit ist in unsere Seelen geschrieben. Die ersten Christen nannten sich „Heilige“ und erlebten ihre Heiligkeit jeden Tag ihres Lebens. Diese „Normalität“ der Heiligkeit verblasste leider allmählich im Laufe der Geschichte und bekam später einen Hauch von etwas Außerordentlichem, sogar Unwirklichem oder Illusorischem. Die Heiligenbilder, die wir sehen, oder Legenden, die wir über sie lesen, unterstützen dies. Ein Heiliger oder eine Heilige ist keine heroische Gestalt wie auf diesen Bildern und Statuen, mit in den Himmel gerichteten Augen und einem Pfeil am Hintern. Die Heiligkeit wird hier und jetzt realisiert. Sie ist „normal“, sogar so normal, dass es uns nicht einmal einfällt, dass sie in der Alltäglichkeit unseres Lebens verwirklicht sein sollte.
Berichte von Doris Echterbroch, Doris Libsig und Madeleine Schuler zum Internationalen Altkatholischen Laienforum 12.-16.08.2015 in St. Niklausen, Obwalden, Schweiz
Die Grenze des Ichs überschreiten, Begegnung mit Niklaus von Flüe
Michael Bangert (Universität Basel) verstand es, den Teilnehmern des Laienforums mit sehr viel Humor und spannendem Vortragsstil den Mystiker und Nationalheiligen der Schweiz, Niklaus von Flüe, am Donnerstag, den 13.8.2015 erfahrbar zu machen.
Zunächst ging es um die Frage: Sind wir überhaupt in der Lage, ein Menschenleben des 15. Jh. vorurteilsfrei wahrzunehmen? Oder sehen wir nicht vielmehr das von ihm, was wir aufgrund unserer religiösen Sozialisation gewohnt sind zu sehen? Anhand einer Darstellung der Maria von Magdala durften die meisten von uns feststellen, dass wir „Verbildeten“ reichlich daneben lagen und aus dem Bild eine Gottesmutter-Darstellung lasen, obwohl ein dem mittelalterlichen Menschen sehr vertrauter Gegenstand, ein Salbgefäß, eindeutig auf die Magdalenerin hinwies. Den Menschen des 15. Jh. verstehen heißt also in eine vorreformatorische Welt einsteigen, in das Zeitalter der Aufklärung, der bewussten Ich-Werdung des Individuums.
Jeden Morgen weckten uns Klarinettenklänge von Pater Reinhard Körner im mit 44 Teilnehmern (und zusätzlichen Tagesgästen) vollgefüllten Gästehaus der Karmeliten in Birkenwerder bei Berlin. Dort fand vom 14. bis 18. August das Internationale Altkatholische Laienforum zum Thema „Miteinander im Glauben“ statt.
Am ersten vollen Tag, am Donnerstag, wurde eine spannende Führung mit dem Schiff und zu Fuß durch Berlin organisiert. Ein fachkundiger Führer aus der Gemeinde Berlin zeigte uns historische und spannende Details der Hauptstadt. Nach der sechsstündigen Führung trafen wir uns zum Abend-Gottesdienst mit der Alt-Katholischen Gemeinde Berlin im Stadtteil Wilmersdorf. Anschließend gab es bei einem “Berliner Spezialitäten-Buffet” Zeit, sich näher kennenzulernen.
LF 2012: BEGEGNUNG MIT MARIA Das Laienforum fand vom 15.-19. August in Süd-Limburg in den Niederlanden statt. Eine Landschaft mit Hügeln, Wäldern, Weiden und Obstbaumgärten, mit vielen Schlössern, Mühlen, Klöstern und Fachwerk-Bauernhöfen. Auf einem Hügel in Wahlwiller bei Aachen, mit einer wunderschönen Aussicht über das Tal, erlebten wir unser Tagungs-Kloster als offenes Haus für Begegnungen, als Haus der Ruhe zur Besinnung.
Wir sehen in der Alt- oder Christkatholischen Kirche Maria manchmal anders als viele unserer römisch-katholische Brüder und Schwestern: Die Betonung liegt in den altkatholischen Kirchen ohne Mariendogmen je Betrachter anders, aber sie liegt weniger auf der Himmelskönigin, denn auf der liebenden Mutter.
Mit dem Erzbischof von Utrecht konnten die Teilnehmer über die weitere Entwicklung der Utrechter Union, über Katholizität und Synodalität diskutieren.
Vom 10. bis 14. August 2011 tagt das Internationale Altkatholische Laienforum in Graz und bearbeitet das Thema „Lebt die altkatholische Kirche ihre Botschaft?“
In vier Gruppen werden folgende Themen vertieft: 1. Bischöflich-Synodal 2. Kommunikationskultur 3. Einladende Kirche? 4. Altes Erbe und neue Ideen
Im Auftrag der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz IBK nimmt Bischof Dr. John Okoro an der ersten Hälfte des Forums teil.
Impulsreferate der Grazer Kirchenvorstände von Robert Görger-St.Jörgen und Sabine Bayer als Altkatholiken von Kindheit an sowie von Herbert Psenner, Graz und Christoph Janser, Bern, als beigetretene Altkatholiken, führen in das Thema ein, indem sie über ihre Erlebnisse als altkatholische Christen berichten.
Ein interessanter Altkatholiken-Kongress führte die Kirchgemeinde Zürich durch. Viele Geistliche und Laien aus aller Welt besuchten den Jubiläumsanlass.
Viele Referate, Workshops und ein Ausflug ins Kloster Rheinau wurde angeboten in der Zeit vom 9.-13. August 2010.
Das Laienforum traf sich am Dienstag-Abend und besprach die nächsten Foren. Dabei wurde beschlossen, das Forum im 2011 in Graz durchzuführen.
Vom 12. bis 16. August 2009 tagte das Internationale Alt-Katholische Laienforum in Brixen und bearbeitete das Thema „Wege der Ermutigung der Laien – vielfältige Begabungen wertschätzen“.
Ausgehend von einer Bestandsaufnahme über das Engagement der Laien in unserer Kirche setzte sich das Plenum mit Mission und Vorgehen des Hl. Paulus auseinander. Hierbei konnten vielfältige Anregungen gefunden und ein fruchtbarer Transfer auf die Situation unserer Diasporakirche vollzogen werden. Paulus nutzt die vielfältigen Charismen in seinen Gemeinden zu deren Aufbau. Er gibt jedem Charisma Wertschätzung und einen Platz. Charismen sind im paulinischen Sinne kein Selbstzweck, sondern wollen im Aufbau des Gesamten entfaltet werden.
Das Laienforum 2008 fand vom 13. bis 17. August in der Abtei St. Severin in Leinau bei Pforzen, in der Nähe von Kaufbeuren im Allgäu, Deutschland, statt.