Jedes Jahr treffen sich im Spätsommer Leute aus verschiedenen Altkatholischen Gemeinden aus europäischen Ländern zum Austausch über „seelsorgerische“, strukturelle und spirituelle Themen. Ursprünglich hatte dieses Forum den Namen Laienforum, weil es nicht von Geistlichen initiiert und geleitet wurde – das ist immer noch so.
Dieses Jahr organisierte die tschechische Ländervertreterin das Treffen in Písek/Südböhmen. 23 Frauen und Männer aus Deutschland, Schweiz, Österreich, Südtirol, Niederlande und Tschechien trafen sich in Zvíkovské Podhradí (Karlsdorf) in einem kleinen Hotel „mitten im Wald“.
Das war auch gut so, denn die internationale Vorbereitungsgruppe hatte das nicht einfache Thema „Dreifaltigkeit“ angeboten. Dazu mehr im zweiten Teil des Artikels. Es war ein Arbeitstreffen mit Workshopeinheiten nach der Methode des Weltcafés, dabei kamen alle zu Wort. Der Film „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ wurde gemeinsam angeschaut und bot viel Gesprächsstoff in den Gruppen.
Es gab auch dieses Jahr wieder ein Rahmenprogramm mit der Stadtbesichtigung des mittelalterlichen Písek, einer Wanderung zur Burg Zvíkov (deutsch Burg Klingenberg) und es blieb auch noch genügend Zeit für frei gewählte Spaziergänge.

Das Forum wird sehr geschätzt, darum kommen auch viele Teilnehmer*innen jedes Jahr. Der Samstagvormittag wurde für Vereinsregularien des Vereins Internationales Altkatholisches Laienforum (VIAKL) verwendet, es wurden aber die Perspektiven für das Forum im nächsten Jahr diskutiert (Ort und Thema).
Ein Höhepunkt war auch dieses Jahr der Sonntagsgottesdienst mit der altkatholischen
Gemeinde in Písek in einer kleinen Kirche, die zu einem Friedhof gehört. Die allermeisten jüngeren Gemeindemitglieder singen im Chor. Anschließend wurden wir zu einem Picknick (mit tschechischen Spezialitäten) eingeladen. Dieser besondere Kirchkaffee wurde von allen gerne angenommen und es wurden anregende Gespräche geführt.

Ist Gott für Dich einer oder drei?
Mit dieser spannenden Frage setzten wir uns persönlich und in Arbeitsgruppen auf dem diesjährigen Internationalen Altkatholischen Forum auseinander. Hintergrund ist die Tatsache, dass nun 1700 Jahre seit dem Konzil von Nicäa vergangen sind, auf dem der Glauben an den Dreieinigen Gott in drei Wesenseinheiten festgelegt wurde.
Die Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder Trinität ist in der christlichen Theologie die Wesenseinheit Gottes in drei Personen. Diese werden „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ genannt. Durch die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gehören Gläubige der christlichen Gemeinschaft an. Das Bild des Dreieinigen Gottes ist ein Grundbestandteil des christlichen Glaubens und das Fest Trinitatis, das eine Woche nach Pfingsten gefeiert wird und die Sonntage danach bis zum 1. Advent, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, nehmen darauf Bezug (Sonntag nach Trinitatis).

Die einhellige Meinung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Forums war, dass die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes nicht unbedingt für das persönliche Gebet zu Gott notwendig ist, aber der Glaube, dass sich Gott in verschiedenen Gesichtern uns zuwendet. Aus unterschiedlichen Bildern des Dreifaltigen Gottes konnten wir unsere persönlichen Bilder auswählen und den anderem im Plenum vorstellen.
- Der Vater als das unendliche Gesicht Gottes jenseits von uns, das in uns ruht, zu dem wir in Beziehung treten und über das wir nachsinnen.
- Der Sohn als das vertraute Gesicht Gottes neben uns, das in uns ruht, zu dem wir in Beziehung treten und über das wir nachsinnen.
- Der Heilige Geist als das inwendige Gesicht Gottes in uns, das in uns ruht, zu dem wir in Beziehung treten und über das wir nachsinnen.
In diesem Modell eines integralen Gottesbildes überlappen sich die drei Wesenheiten und verschiedenen Gesichter Gottes und bilden eine gemeinsame Mitte (Kopie aus Hauser, Sandra: Die drei Gesichter Gottes).
Danksagung
Zum Schluss möchten wir all denen eine Anerkennung aussprechen, die sich im Vorfeld mit der Vorbereitung des Themas befasst und sich zur Verfügung gestellt haben. Die 2x-täglichen Andachten sowie der Abschlussgottesdienst gemeinsam mit den tschechischen altkatholischen Christinnen und Christen haben uns immer wieder miteinander verbunden. „Gottes Geist weht überall“ und die aus mehreren Nationen vereinten Frauen und Männer setzten dazu ein glaubwürdiges Zeichen.
Ausblick für 2026: Internationales Altkatholische Forum in Rheinfelden/CH vom 21.-26.9.2026 im Vorfeld des Internationalen Altkatholischen Kongress.
Tonie Maier und Kornelia Germroth


























































