Archiv der Kategorie: Allgemein

Railroad-Trail, Pixabay

eForum #21: „Ist mir ein Wunder begegnet?”

Informationen zur Teilnahme am eForum finden sich hier.

Impulstext zum E-Forum am Mittwoch, 11.05.2022 um 19:30 Uhr

Wunder sind eigentlich Ereignisse, die nach den Regeln unserer Welt gar nicht geschehen können.

Die Bibel erzählt uns von einigen derartigen Ereignissen. Gerade in der Osternacht erfuhren wir wiedermal in der Lesung aus dem Buch Exodus vom Wunder, dass die Israeliten trockenen Fußes den Meeresboden überquerten, weil das Meer sich teilte und ihnen somit die Flucht vor den Verfolgern, dem Pharao und dem ägyptischen Herr gelang. Auch das neue Testament besagt, dass Jesus etliche Wunder vollbrachte und in der Apostelgeschichte ist es Paulus selbst, der Wunder bewirkt…

Aber auch heute geschehen natürlich immer noch unerwartete Dinge, wenn man an die Grotte in Lourdes denkt und an viele andere Orte…

Pixabay

Damit ein Vorgang als Wunder bezeichnet wird, ist es nicht alleine entscheidend, ob ein Ereignis außerordentlich oder ungewöhnlich ist oder ob Naturgesetze durchbrochen werden, sondern dass der gewöhnliche Ablauf (den man erwartet/kennt) durchbrochen  oder /und unterbrochen wird und/oder einen völlig anderen Verlauf nimmt, der unerklärlich, der eine überraschende Wendung darstellt.

Wie sagt man noch zu Wundern?

  • Das kannst du dir nicht vorstellen…
  • Es ist nicht zu fassen… 
  • Ich kann es gar  nicht glauben…  
  • Es ist unfassbar/ unglaublich…..   
  • Es ist ein Geheimnis; ein Mysterium ; ein (unerklärbares) Phänomen / Rätsel…
  • …eben ein „Wunder“?!

Erleben wir solche „Wunder“ heute noch und dies im Zusammenhang mit unserem Glauben?

Ich möchte mit Ihnen am Mittwoch ein ganz persönliche Geschichte teilen, die ich kürzlich selbst erlebt habe und die ich, wie ein – zumindest  kleines – Wunder in unserer heutigen Welt erlebt habe. Intensive Fürbitten und Gedanken an eine Person, die sich in einer schwierigen Situation befand und die Suche nach einer Lösungen, nach Hilfe, hatten mich dazu bewegt,  im persönlichen Gebet um einen Weg, um eine Lösung für die Betroffene zu bitten… Und  plötzlich trat eine sehr überraschende Wendung ein, die so nicht absehbar, nicht zu erwarten gewesen war. Lassen Sie sich überraschen und uns gemeinsam über das Geschehen und das Thema  „Wunder“ sprechen und austauschen…

Willkommen zum E-Forum am Mittwoch, den 11.05.2022  um 19:30 Uhr – ich freue mich auf Euch/auf Sie!

Markus Lund, im April 2022

Altkatholisches Forum tagt auch 2022

Für’s Leben! – Was uns wie handeln lässt…

Normalerweise gibt es in einem Jahr, an dem ein Altkatholikenkongress stattfindet, keine Treffen der internationalen altkatholischen Vereinigungen. Man geht zum Kongress und trifft sich in diesem größeren Rahmen.

Nun hat man sich wegen Corona zwei Jahre lang nicht treffen können. Man hat sich zwar einmal im Monat online getroffen, aber das persönliche Gespräch, der reale zwischenmenschliche Ideenaustausch und das gemeinsame Gebet und Feiern fehlen uns einfach. Wir haben uns deshalb entschlossen, uns schon ein paar Tage vorher in Bonn zu treffen. Quasi ein altkatholisches Kongressvorglühen.

German city Bonn at Rhein – Bonn Deutschland

Das altkatholische Forum, früher Laienforum, ist ein jährlich stattfindendes Treffen altkatholischer Aktiver, an dem man sich mit einem Thema auseinandersetzt. Dieses Jahr geht es um die Frage, ob es eine spezifisch altkatholische Ethik gibt? Und wenn ja, worin unterscheiden wir Altkatholiken uns von anderen?

Damit es kein lebensfernes Geschwafel wird, fangen wir als von Gott berufene Menschen an, uns mit den Einstellungen zu beschäftigen, die für unser Leben und unsere Entscheidungen wichtig sind. Liberalität, Toleranz, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind Grundsätze unseres Handelns in unseren Gemeinschaften. Ob und wie diese im Laufe der Geschichte umgesetzt wurden, wird uns am zweiten Tag Frau Theresa Hüther, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Alt-katholischem Seminar der Uni Bonn berichten. Erst ein Blick auf sich selbst, dann auf die Geschichte und dann eine schöpferische Symbiose von beidem am dritten Tag. Das ist das Ziel der gemeinsamen Arbeit am Thema.

Daneben gibt es natürlich ein Besichtigungsprogramm: Ein Gang über den Alten Friedhof in Bonn, auf dem viele Altkatholiken der ersten Stunden liegen. Was sind die Grundsätze, die sie handeln ließen? Ferner natürlich eine Besichtigung der Bischofskirche, des Hauses der Geschichte und des Botanischen Gartens der Universität Bonn.

Der Vorstand des altkatholischen Forums hat bereits Hotelzimmer vorbestellt, die für die Dauer des Forums und des Kongresses belegt werden können. Das Hotel liegt direkt am Rhein, so dass man an den Abenden die Rheinathmosphäre genießen kann.

Bonn – Pixabay

Das altkatholische Forum findet vom 29. August bis 01. September 2022 statt.

Der Altkatholikenkongress mit dem Motto “Für`s Leben” findet anschließend vom 1. bis 4. September 2022 statt. Eine Anmeldung zum Kongress kann auch mit der Anmeldung zum Forum geschehen.

  • 7 Übernachtungen im prizeotel in Bonn inkl. Teilnahmekosten für Forum:
    • Einzelzimmer €600 pro Person
    • Doppelzimmer €375 pro Person
  • Nur Teilnahme am Forum: €30
  • Auf Wunsch organisieren wir die Kongresskarte (€150)
  • Bei Anmeldung bis 15. Juli 2022 garantieren wir die Unterkunft!

Hier kannst du dich anmelden!

Ein paar Impressionen zu Bonn (Youtube):

https://www.katholisch.de/artikel/24622-die-fastenzeit-40-tage-ohne-gloria-und-halleluja

eForum #20: „Die heiligen vierzig Tage”

Von Aschermittwoch bis Ostern

(ich schenk mir die …oder ein Geschenk?)

Informationen zur Teilnahme am eForum finden sich hier.

In vielen Kirchen wird am 1.Fastensonntag gebetet:

„Jesus Christus, Du  rufst uns zur Umkehr und Änderung unseres Lebens;
Du schenkst uns die heiligen vierzig Tage, um unser Leben erneut vom  Licht  Gottes zu erleuchten.“

https://www.katholisch.de/artikel/24622-die-fastenzeit-40-tage-ohne-gloria-und-halleluja
Ein Evangeliar liegt im Sand am 15. Januar 2020 in Bonn. Das Kapitel zur Fastenzeit, Österliche Bußzeit, mit dem Evangelium vom Aschermittwoch ist aufgeschlagen.
https://www.katholisch.de/artikel/24622-die-fastenzeit-40-tage-ohne-gloria-und-halleluja

Aus den Evangelien wird dazu regelmäßig und oft die Überlieferung vorgetragen, dass auch Jesus selbst für 40 Tage in die Wüste ging, um sich durch Gebet und Fasten auf seine Sendung vorzubereiten.

Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass die Zahl „Vierzig“ häufiger in der heiligen Schrift vorkommt und die Zahl 40 eine besondere Symbolkraft zu haben scheint.

Nach der biblischen Überlieferung ergoss sich der Regen der Sintflut 40 Tage und 40 Nächte auf die Erde. Danach wartete Noah, nachdem die ersten Berge wieder sichtbar wurden, weitere 40 Tage.

Das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste und durchlief damit eine Zeit der Läuterung. Moses war Gott auf dem Berg Sinai laut der Schrift genau 40 Tage lang nahe. Die Stadt Ninive hatte 40 Tage, um ihre Sünden zu bereuen. Und wie bereits erwähnt, ging Jesus 40 Tage in die Wüste.

Ja, und es geht weiter: Vierzig Tage nach Christi Geburt gingen Josef und Maria mit ihm, wie es damals vorgeschrieben war, zum Tempel, wo Jesus von  Hanna und Simeon als der Erlöser erkannt wurde. Und weiter geht es: Zwischen der Auferstehung Jesu und seiner Himmelfahrt lagen laut Apostelgeschichte ebenfalls 40 Tage. In diesen 40 Tagen lehrte der auferstandene Christus seine Jünger über das Reich Gottes und wurde dann in den Himmel auf den Platz „zur Rechten Gottes“ erhoben (Christi  Himmelfahrt).

In der katholischen Tradition fasten die Christen 40 Tage hindurch. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet an Ostern. Da die Fastensonntage vom Fasten ausgenommen sind und nicht mitgerechnet werden, kommt man auf 40 Tage. Die Dauer von „vierzig Tagen“ ist symbolisch zu verstehen und ahmt das vierzigtägige Fasten Jesu nach. Auch die adventliche Fastenzeit umfasste ursprünglich 40 Tage und begann nach dem 11. November, nach dem Martinstag.

Für einige Theologen steht die Zahl 40 damit für eine Zeit, der zu Buße und Besinnung, die eine Wende und einen Neubeginn ermöglicht. Diese 40 wird gebildet aus dem Produkt von 4 und 10. Die 4 steht üblicherweise dabei für das Weltumspannende, Irdische und Vergängliche. Sie symbolisiert die vier Himmelsrichtungen, die vier Elemente (Feuer, Erde, Wasser, Luft) und die vier Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter). Die 10 steht für das Vollendete, das Ganze. Sie ist die Summe der ersten vier Ziffern 1 + 2 + 3 + 4 und gilt als Symbol des ganzheitlichen Anspruchs. Und findet sich nicht zuletzt in den  Zehn Geboten wieder.

Wie halten wir es selbst mit diesen heiligen vierzig Tagen…mit der Fastenzeit? Hat diese für mich selbst noch Bedeutung und suche ich nach einer Änderung in meinem Leben, meinem bisherigen Verhalten? Hat dieser Zweitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern  noch einen Einfluß auf meinen Glauben, was bedeutet mir Buße und Besinnung?

Hierzu drei Zitate, die Albert Schweitzer zugeschrieben werden: 

  • „Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit andere zu beeinflussen, es ist die einzige.“
  • „Auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht.“.
  • „Egoismus ist der Ursprung allen Übels.“

Herzliche Einladung zum nächsten E-Forum am Freitag, 18.03.2022 um 19:30 Uhr.

eForum #13: „Priester*weihe – warum?“

Das eForum findet statt am Freitag, 09.07.2021 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Moderation: Markus Lund

Kurzer geschichtlicher Abriss

Die ersten urchristlichen Gemeinden entstanden direkt nach dem Tod von Jesus von Nazareth unter der Verbreitung der Botschaft Jesu durch die Apostel. Aus der Praxis der „brüderlichen Belehrung“ entwickelten sich erste Ämter in den örtlichen Gemeinden über die Erstgetauften bis hin zu den Vorstehern. Es bildeten sich nach und nach Strukturen und Hierarchien für den Dienst in den Gemeinden fürs gemeinsame Beten, die Gastfreundschaft und das Liebesmahl (Agape) sowie für die Verkündigung der Glaubenslehre, heraus.
Das Weihesakrament wird auf das im NT überlieferte Handeln Jesu zurückgeführt und als „Urheber der Ämter begriffen, hergeleitet von der Sendung der Apostel.

Obwohl Christus in seinen Predigten das gesamte Volk Israel in seine Nachfolge rief, wählte er zwölf Jünger aus, die ausgesandt wurden um zu Verkünden (Mk 3,13f.). Quasi, vom Heilgen Geist beseelt, Vollmacht erhielten an seiner statt zu handeln: „Wer euch hört, der hört mich.“ ( Lk 10,16). (Apg 1,8).

Besondere Bedeutung kommt dabei der Spendung der Sakramente zu, insbesondere der Feier der Eucharistie, die Jesus den Aposteln mit den Worten „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19) aufgetragen hat. Schon aus apostolischer Zeit ist als Zeichen für die Weitergabe dieser Berufung die Handauflegung überliefert, durch die die Verkündigung des Evangeliums und die Leitung der Gemeinden in Fortführung der priesterlichen Sendung übernommen wurde ( Apostolische Sukzession).

Das Presbyterat// Priester*weihe

Die Priesterweihe ermöglicht die Spendung der Sakramente (mit Ausnahme des Weihesakraments) und ist daher gleichzeitig Befähigung und Auftrag zum besonderen, sakramentalen und seelsorglichen Dienst in der Kirche.

„Die Priesterweihe wird nicht gespendet als Heilmittel für einen einzelnen Menschen, sondern für die ganze Kirche“ (Th.v.Aquin).

In der alt-katholischen Kirche kennt man die Weihen zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt; eine Zölibatsverpflichtung gibt es hierbei nicht. Die drei Formen der Ordination stellen keine Über- und Unterordnung, sondern einander ergänzende funktionale Aspekte ein und desselben Sakramentes dar.

Seit 1988 werden im deutschen Bistum Frauen zu Diakoninnen geweiht. 1994 beschloss die Bistumssynode die gleichberechtigte Zulassung von Männern und Frauen zu allen ordinierten Ämtern. Die Ordination durch die Bischöfin oder den Bischof zur Priesterin oder zum Priester setzt voraus, dass die oder der zu Ordinierende:

  • die von der Würde des kirchlichen Amtes und von den kirchlichen Ordnungen und Satzungen verlangten Eigenschaften besitzt,
  • die vorgeschriebenen Studien absolviert und die entsprechenden Prüfungen bestanden,
  • von den kirchlichen Ordnungen und Satzungen Kenntnis erlangt
  • und sie durch schriftliche Bestätigung anerkannt hat.

Zur Frauenordination: Aus dem NT (Gal 3,27f.)

Wörtlich übersetzt zur alten Tradition:

“Die ihr nämlich auf Christus getauft wurdet, habt Christus angezogen. Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht männlich und weiblich. Ihr alle nämlich seid EINER in Christus Jesus.”

Die alte Tradition hält also fest, was die Taufe bei den Menschen, die sie empfangen, bewirkt: Sie haben Christus angezogen – gleichsam wie ein Gewand.
In bildhafter Sprache wird damit ausgedrückt: Die Getauften sind zu Christus selbst geworden, sie haben unterschiedslos in der Taufe seine Identität, die Identität des Sohnes Gottes geschenkt bekommen.

Es gibt für uns deshalb auch keinen Grund, warum Frauen kein geistliches Amt ausführen sollten.

Das Priestertum aller Gläubigen/ das Priestertum aller Getauften ist ein Begriff der christlichen Theologie mit unterschiedlichen Bedeutungsstufen. Vorrangig bedeutet dies aus evangelischer Sicht, dass alle Gläubigen eine unmittelbare und persönliche Beziehung zu Gott haben und dass das öffentliche Predigtamt (Pastor, Pfarrer) zwingend keiner Weihe bedarf.

In Freikirchen kann jeder Gläubige der Gemeinde die Aufgaben, die in anderen Kirchen der Pfarrer oder Priester ausübt, übernehmen. Allerdings gibt es auch hier in den meisten Fällen bestellte Prediger, Älteste, oder Missionare mit einer theologischer Ausbildung.

In der röm. -kath. Kirche wird seit 1964 ebenfalls ein gemeinsames Priestertum der Gläubigen benannt. Dieses allgemeines Priestertum der Getauften unterscheide sich aber vom hierarchischen Priestertum dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach und schließt die Existenz eines notwendigen und besonderen Priestertums nicht aus.

Fragen:

  • Welche Bedeutung hat für mich die Priester*Weihe heute noch?
  • Was verstehe ich selbst unter dem allgemeinen Priestertum aller Getauften/ Gläubigen?
  • Frauenordination, wie stehe ich selbst dazu – macht dies für mich einen Unterschied, ob ein Priester oder eine Priesterin die Eucharistiefeier leitet und Sakramente spendet?
  • Welche Erfahrungen habe ich selbst in der alt-katholischen Kirche gemacht, wenn es um die Weihen von Frauen ging?
  • Gibt es eine vorbehaltlose Gleichbehandlung von Frauen, auch wenn die überwiegende Anzahl der tätigen Pfarrer/Pastoren in der alt-katholischen Kirche selbst eine römisch-katholische Vergangenheit und Prägung mitbringen?

Infos/Text und Fragen wurden zusammengestellt von Markus Lund als Grundlage für einen regen Austausch am 09.07.2021 im eForum


Bringen Sie gerne ihre Erlebnisse, eigene Erfahrungen und Gedanken zu den obigen Impulsen und Fragen mit.

Wir freuen uns auf Sie/auf Euch!

eForum #12: „Armut“

Das eForum findet statt am Freitag, 11.06.2021 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Moderation: Michael Nutz und Markus Lund

https://www.barfuss.it/story/armes-s%C3%BCdtirol


Armut hat viele Facetten

Armut, ein großes Thema –  welches wir in 90 Minuten nur  anreißen können. Sinnvoll erscheint der Ansatz über die eigene Betroffenheit:

Welche Erfahrungen habe ich selber mit Armut? Sei es als Betroffene(r) oder als Helfende(r); welche Erfolgsstorys oder Enttäuschungen erlebte ich dabei? Welcher Umgang ist mit der Armut, den Betroffenen geboten und wann ist/wird die Bedienung einer geäußerten oder wahrgenommenen Bedürftigkeit wirklich Hilfe?

Eine Definition von Armut:

Unsere Gesellschaft hat erkannt und definiert, dass arm ist, wer über weniger als 60% des Durchschnittseinkommens verfügen kann.

Armut, eine Alltagsbegegnung: Die Bedürftigkeit vieler Menschen begegnet uns täglich in vielfältiger Form. Der Zulauf bei den „Tafeln“ steigt steig an. Immer häufiger wird über Altersarmut berichtet. Mehr als zwei Drittel der alleinerziehenden Mütter ist auf staatliche Hilfe angewiesen. Im Niedriglohnsektor sind viele auf Zweitjobs angewiesen, um über die Runden zu kommen Die Auswirkungen der Pandemie-Einschränkungen haben viele Menschen zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Ich denke da zum Beispiel an die Flaschensammler*, die vor und nach den Bundesligaspielen vor den Fußballstadien die Pfandflaschen einsammeln und davon ihr Hartz IV-Einkommen merklich aufbesserten. Keine Spiele mit Fans bedeuten hier nun keine Pfandflaschen… und damit kein Zubrot für diese Menschen… Und so begegnet uns täglich Armut. Sei es ein Spendenaufruf in den Printmedien, im Internet, vielleicht direkt von NGOs, von den kirchlichen Organisationen, ein Spendenaufruf im Gottesdienst oder – ganz konkret – der hingehaltene leere Kaffeebecher am Straßenrand. Die Bedürftigkeit begegnet uns vielleicht auch in Form einer konkreten Anfrage aus dem Bekanntenkreis.

Armut wird in unserer Gesellschaft zwar auch dadurch thematisiert, weil geregelt ist, wann jemand der armen oder der reichen Bevölkerungsschicht angehört, aber es stellt sich die Frage, ob das Thema Armut in unserer Gesellschaft überhaupt hinreichend beachtet wird?

Was tue ich, wenn mir Armut begegnet? Wie gehe ich damit um?

Wie soll ich z.B. damit umgehen, wenn mich ein scheinbar gut situierter Kleinunternehmer aus meinem Bekanntenkreis direkt anspricht und um Geld bittet? Oder wie soll ich damit umgehen, wenn ich auf meinem Weg durch die Straßen leere Kaffeebecher hingehalten bekomme, mit der unaufdringlichen, aber doch offensichtlichen Bitte um etwas Kleingeld? Und wie, wenn mir ein Mensch mit Pappschild seine hohle offene Hand entgegenstreckt? Neben der wahrnehmbaren und offensichtlichen Armut höre ich immer wieder von der unsichtbaren Armut.

Helfen, aber wie? Informieren, Geben, Leihen, Zuhören, Ratschläge geben, Dasein.

Als wohlwollender Mensch bin ich/ fühle ich mich mit konfrontativen Situationen gelegentlich überfordert. Oft fehlt mir auch die Zeit für die Suche nach zielführenden Abhilfemaßnahmen; habe meine eigenen Probleme, die mich voll in Beschlag nehmen.

Die, die helfen wollen, können eine Orientierung auf diversen Internetseiten der karikativen und diakonischen Hilfsorganisationen finden. Auch die Hilfe zur Selbsthilfe erscheint grundsätzlich eine sinnvollere Hilfe. Hier darf/kann man eine Entwicklung erwarten, die den Betroffenen aus dem Teufelskreis der Armut heraus helfen kann. Den Punkt zu erkennen, an dem man zielführend ansetzen kann, ist aber im Einzelfall manchmal nur schwer erkennbar. Soll man deswegen aber Notleidenden nicht helfen? Der Begriff des Almosens kommt dabei in den Sinn. Das Eine tun und das Andere nicht lassen?

Grenzen des Engagements

Doch wo darf (evtl. muss) meine Bereitschaft zur Hilfe enden? Obwohl Menschen wie Mutter Theresa, Franz von Assisi, Valdes (Waldenser) und viele andere diese Frage kannten, schien ihr Engagement fast endlos/unermüdlich. Vielleicht war Armut für sie ein gewisser selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, die sie einfach ertragen haben?

Welche Handlungsmaxime ergibt sich für Menschen, die sich zu den Christen zählen? Die Grenzen des Engagements sind spätestens jedoch dann überschritten, wenn Drückerkolonnen oder unehrliche Elemente im Spiel sind, die schamlos die Hilfsbereitschaft ausnutzen. Aber auch da ist es nicht einfach dies zu erkennen oder ohne Gewissensbisse zu beurteilen. (Wie definieren von Not geplagte ihre Ehrlichkeit in solchen Situationen?).


Viele Fragen für unseren Austausch im eForum am 11.06.2021.

Bringen Sie gerne ihre Erlebnisse, eigene Erfahrungen und Gedanken zu den obigen Impulsen und Fragen mit.

Wir freuen uns auf Sie/auf Euch!


Nachfolgend ein paar weitere Internetquellen:

 

Christi Himmelfahrt

eForum #11: „Christi Himmelfahrt oder Jesus ging zu Gott…“

Das eForum findet statt am Freitag, 07.05.2021 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Moderation: Markus Lund/Piet Baumgärtner

Vierzig Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. Nach der Überlieferung ist Jesus nach seinem Tod auf die Erde zurückgekehrt und dann von Gott in den Himmel aufgenommen worden. Früher gingen viele Katholiken an diesem Tag in die Kirche. 

Eine „Himmelfahrt“ wird im biblischen Text im Lukasevangelium 24,50–53 und in der Apostelgeschichte des Lukas 1,1–11 als sichtbarer Vorgang erzählt: Der auferstandene Christus sei vor den Augen seiner Jünger entschwunden und in den Himmel erhoben worden. Diese Erhebung in den Himmel fehlt in wichtigen griechischen Handschriften.

Christi Himmelfahrt
http://www.erzdioezese-wien.at/christi-himmelfahrt-die-biblischen-erzaehlungen

In der Apostelgeschichte findet sich die Zeitangabe von 40 Tagen. In diesem Zeitraum habe sich der Auferstandene seinen Jüngern gezeigt.  Die anderen drei Evangelien enthalten keine Himmelfahrtserzählung. Nach Stand der heutigen Bibelwissenschaften ist die kurze Erwähnung in Mk 16,19 eine spätere Erweiterung des Evangelientextes.

Aber wie halte ich es selbst mit diesem Feiertag und dem, im Lukasevangelium geschilderten Ereignis? Welche Bedeutung hat diese „Himmelfahrt Christi“ für mich und meinen Glauben?

Der Geist Gottes… Heiliger Geist…

An Pfingsten, fünfzig Tage nach Ostern, feiern Christen das Fest des Heiligen Geistes. Es soll an die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die in Jerusalem Versammelten erinnern, die plötzlich in verschiedenen Sprachen redeten und so das Wort Gottes zu allen Völkern bringen konnten. Die theologische Auffassung ist, dass dieser „gute Geist“ neue Kraft und neuen Mut gibt und wie eine Form von Eingabe, Erleuchtung und Führung in uns und für den Menschen wirkt, Passivität auflöst, Trost, Glauben und Entschlossenheit fördert. In der Taufe und in der Firmung haben wir den Heiligen Geist empfangen.

Christen glauben, dass Gott zugleich Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Diese Vorstellung nennt man Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder Trinität. Mit “Vater” ist der Schöpfer aller Lebewesen und Dinge gemeint. Der “Sohn” ist Jesus Christus, der Mensch geworden ist. Der “Heilige Geist” schenkt Weisheit, den Glauben und die Liebe zwischen Gott und den Menschen. Gott hat also drei verschiedene “Zustände” und bleibt doch immer Gott.

Symbole für den Heiligen Geist gibt es mehrere: Neben dem wohl berühmtesten Bild der weißen Taube zählen auch Feuer und Wind zu den biblischen Bildern für den Geist Gottes. Die Bibel spricht auch vom Atem oder Hauch Gottes.

Gemäß dem Katechismus der Katholischen Kirche sind wir aufgefordert, „geistreich“ nach den sieben Gaben des Heiligen Geistes zu leben und zu handeln, durch die das Wirken des Heiligen Geistes bei uns Menschen zum Ausdruck gebracht wird (die Gaben: Weisheit, Verstand und Einsicht, Rat, Stärke,  Erkenntnis [Wissenschaft], Frömmigkeit und Gottesfurcht). Damit helfe der Heilige Geist dabei, die anderen als Brüder und Schwestern anzuerkennen und innig miteinander zu sprechen, um die Ängste und Hoffnungen des Anderen zu verstehen. Christen sollten dabei auf die Kraft und Stärke des Heiligen Geistes vertrauen und die Mauern der Vorurteile überwinden; Brücken zum Nächsten bauen und Versöhnung und Frieden zu stiften.”

Wie wirkt das Pfingstereignis, der Heilige Geist in mir selbst?

Habe ich mich schon mal von „ihm“ berührt gefühlt oder gar inspirieren lassen? Haben wir uns schon einmal in die Lage der Jünger*innen Jesu versetzt und versucht, uns vorzustellen, wie wir in Lebenssituationen, in denen scheinbar alle Gewissheiten und Hoffnungen gescheitert schienen, gefühlt und gehandelt hätten? Haben wir eigene Erfahrung gemacht, bei denen wir irgendwann (plötzlich) “den Geist Gottes” gespürt zu haben glaubten und erfuhren, dass es Glauben und Hoffnung gibt – ohne “belastbare Fakten”?


Anregungen und Fragen für das eForum am 07.05.2021, zusammengestellt von Markus Lund

eForum #10: „Sterbehilfe – Ein schwieriges Thema und viele Fragen: zwischen Ethik und Moral“

Das eForum findet statt am Freitag, 09.04.2021 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Wir werden uns zu diesen Themen austauschen:

  • Sterben
  • Sterbeprozess
  • Übergang vom Leben in den Tod

Tauschen wir uns gemeinsam aus zu diesem Thema.

Moderation: Markus Lund/Piet Baumgärtner

Impulstext (aktualisiert 2. April 2021):

Definition Sterbehilfe:

Ein Verfahren, mit dem man das Sterben eines Menschen zu erleichtern versucht.
Aktive Sterbehilfe: Man spricht von der aktiven Sterbehilfe, wenn ein Patient ausdrücklich nach der Tötung seiner selbst verlangt und der Tod durch ein Eingreifen von aussen eintritt.
Passive Sterbehilfe: Bei der passiven Sterbehilfe wird auf Wunsch des Patienten eine bestimmte Behandlung unterlassen oder abgebrochen, insbesondere das Durchführen von lebensverlängernden Massnahmen. Es findet also das Unterlassen einer Tätigkeit statt (passiv) und es wird keine direkte Durchführung einer Tötung (aktiv) ausgeführt.

Unter dem Begriff Tötung auf Verlangen versteht man das Töten eines anderen Menschen auf dessen ernsthaften und eindringlichen Wunsch hin. Die Tötung auf Verlangen ist im deutschen Recht ach §216 StGB ein Straftatbestand innerhalb der Tötungsdelikte.

Gedanken zum Thema:

Wem gehört mein Leben? Gott? Der Gesellschaft? Mir selbst?
Was ist richtig und was ist falsch? Was ist gut und was ist böse?

Viele Fragen und Antwortmöglichkeiten mit gegensätzlichen Aussagen oder mit Überschneidungen; mit/aus unterschiedlichen Perspektiven, Beurteilungen und Erkenntnissen!

Wie stehe ich selbst zu dieser Frage?
Was ist für mich selbst „gut“; was ist für mich selbst „böse“?
Denken wir an den Baum der Erkenntnis im Paradies – die verbotene Frucht der Erkenntnis!
Ist hier nicht sogar eher ein friedlicher Dissens gleichermassen abzuwägen? So ähnlich, wie sich die Freiheit und sich die Liebe gegenseitig bedingen, erst gegenseitig ermöglichen und begrenzen?

Die freie Selbstbestimmung ist ein hoher Wert, der aber selbst auf den Schutz durch die Gemeinschaft angewiesen ist und daher auch ebenso voneinander abhängig ist.
Das Gebot „Leben zu bejahen“ steht dem nicht zwingend entgegen… Leben, was heisst das?

Leben heisst auch Leiden
Obwohl wir nach Glück streben, können wir Leid in jeglicher Form nicht vermeiden. Ist menschliches Leid aber sinnlos? …und das Christentum eine Religion des Leidens?
Glauben hilft Leiden zu ertragen (davon bin ich überzeugt). Leid ist keine Strafe oder Rache an sich.

Das Kreuz des eigenen Lebens, sein Leid ertragen, ist unsere Aufgabe. Aber gleichermassen auch einander in „Liebe“ anzunehmen, in Solidarität und sich Menschlichkeit zu begegnen und in Beziehungen treten; dies bis zum Tod, der uns, so die Hoffnung: Freiheit vom Leid bringt.

In Christus ist Gott ganz Mensch geworden, hat das menschliche Leid ertragen und uns gezeigt, dass wir Hoffnung auf die Auferstehung haben dürfen, weil auch Gottes Sohn gestorben ist, wie wir sterben; weil er begraben worden ist und weil er nicht im Tod geblieben ist.

Tödliche Krankheiten und das „Sterben müssen“ stehen uns Menschen bevor und wir können nicht am irdischen Leben festhalten. Es gibt kein gutes Leben vorher, dass daran etwas ändern könnte (das wir alle irgendwann sterben werden).

Ebenso kritisch ist die Überzeugung anzusehen, nur das gelten zu lassen, was bisher nach Rechtgläubigkeit als das einzig Wahre galt und alles andere zu verteufeln, was nicht dieser oder der eigenen Überzeugung oder festgelegten, normierten Ansprüchen genügt. Glaube im Sinne der Nachfolge Jesu ist nicht das Erfüllen und Befolgen von Regeln, obwohl dies verlockend ist, weil es Sicherheit verspricht.

Gefragt ist hier eher aufrichtig und mit ganzem Herzen Jesus und seiner Botschaft zu folgen und in diesem Bemühen eine Gottesbeziehung zu suchen. (Glauben leben, lebbar zu machen.)

Jeder Mensch kommt irgendwann an den Punkt, wo uns unser Versagen, unsere Schuld, Krankheiten und Leiden einholen. Vielleicht stellen wir uns dann die Frage unseres Lebens:
Nach dem Woher und Wohin, nach dem Geheimnis unserer Existenz und wie stehe ich selbst zu Gott?

Wir haben dann die Chance, mit Gott in eine Beziehung zu treten und der Botschaft, die Jesus uns brachte, einen Platz in unseren Inneren zu geben – schlicht zu „glauben“.

Gedanken zum Austausch vom 9. April 2021, zusammengestellt von Markus Lund

Forum 2021 fällt aus

Schweren Herzens hat sich der Vorstand des VIAKL an seiner Sitzung vom 2.3.21 entschieden, das geplante Forum 2021 nicht durchzuführen.

Der Vorstand hat an der Sitzung die Risiken und Chancen abgewägt. Die Planungsunsicherheit ist leider für einen internationalen Anlass zu gross.

Wir hoffen, dass 2022 sich die Gelegenheit bietet, uns treffen zu können.

Weiterführung der “eForen”

Die bewährten “eForen” werden weiterhin angeboten, um den Kontakt und den Austausch zu fördern. Alle Informationen dazu finden sich hier.

eForum #9: „Sterben/Sterbeprozess/Übergang vom Leben in den Tod“

Das eForum findet statt am Samstag, 06.03.2021 von 18:00 bis ca. 19:30 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Wir werden uns zu diesen Themen austauschen:

  • Sterben
  • Sterbeprozess
  • Übergang vom Leben in den Tod

Tauschen wir uns gemeinsam aus zu diesem Thema.

Moderation: Markus Lund

Impulstext:

Sterben/Sterbeprozess/Übergang vom Leben in den Tod

Bei meinen Recherchen zu dieser Thematik bin ich auf einen alten Brauch gestoßen, mit dem ich die Zusammenstellung des Impulstextes starte:

Nach Eintritt des Todes war es lange Zeit üblich für den Verstorbenen im Sterbezimmer eine Kerze zu entzünden und ein Fenster zu öffnen, damit die Seele davon fliegen konnte…

Der Prozess des Sterbens ist die fortschreitende Abnahme der Vitalfunktionen von Herzschlag und Atmung bis hin zum vollständigen Erliegen. Diese Sterbephase kann bis zu 72 Stunden dauern, deshalb spricht man vom allmählichen Hinübergleiten in den Tod, in einen anderen Seinszustand.
Das Wissen über diesen Prozess ist wenig verbreitet, da der Tod an sich immer noch eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft ist. Es herrscht irrtümlich die Meinung vor, dass das Sterben an sich ein Prozess großer Schmerzen sei. Wissenschaftlichen Beobachtungen folgend ist dies nicht so. Der Sterbende gleitet allmählich in den Tod hinüber. Zunächst kehrt sich die Wahrnehmung nach innen, der Körper fährt dabei den Stoffwechsel herunter und das Bedürfnis nach Essen verschwindet (später auch das Durstgefühl).

Viele Menschen wünschen sich, in der Stunde des Todes nicht alleine zu sein. Beobachtungen am Sterbebett lassen aber darauf schließen, dass es den Sterbenden leichter fällt sich vom Leben zu lösen, wenn sie alleine sind. Dies könnte damit zusammen hängen, dass nahe Angehörige den Rückzug akzeptieren, den Sterbenden gehen lassen müssen; mitzuteilen, dass es in Ordnung ist, wenn sie/er geht – trotz der Verlustangst und Trauer.

Das „Loslassen“ (auf beiden Seiten/einmal das „Gehen-lassen können“ auf der anderen Seite. Das Loslassen-können scheint eine immense Bedeutung zu haben. Loslassen hat was mit Ent-Bindung, Ablösung, Aufbruch und auch Befreiung zu tun.

„Die Angst vorm Loslassen beinhaltet die Angst vorm freien Fall.“ (Esther Klepgen)

„Loslassen“: Das Verständnis und die Bedeutung sind in unserer Kultur des Festhaltens und Bewirken-Wollens mit Verlust assoziiert und dies löst oft unbewusst Widerstand, Abneigung und Angst aus, weil wir es so gelernt haben, so konditioniert sind.
Wir müssen wieder begreifen, das „Loslassen“ bedeuten kann, sich von den Ketten des Verstandes und des eigenen Egos zu befreien. Vertrauen auf die eigene innere Intuition und sich vom Unter-/Überbewusstsein leiten lassen, den richtigen Weg aufzeigen lassen, seine Angst und sein Ego überwinden und dem Lauf der Dinge zu vertrauen.

  • Wie stehe ich selbst zum „Loslassen“ ? Habe ich Vertrauen…Vertrauen in Gott?
  • Habe ich Furcht/oder Angst vorm Sterben/vorm Sterbeprozess?

Sterbehilfe – ein schwieriges Terrain und viele Fragen:

Wem gehört mein Leben? Gott? Der Gesellschaft? Mir selbst?

Was ist richtig und was ist falsch? (Was ist gut und was ist böse?)

Viele Antwortmöglichkeiten mit gegensätzlichen Aussagen oder Überschneidungen, unterschiedliche Perspektiven, Beurteilungen und Erkenntnissen!

Werden wir diese Fragen beantworten können?

Denken wir an den Baum der Erkenntnis im Paradies – die verbotene Frucht der Erkenntnis! Ist hier nicht ein friedlicher Dissens gleichermaßen abzuwägen? So wie sich die Freiheit und die Liebe sich gegenseitig bedingen, ermöglichen und begrenzen!

Die freie Selbstbestimmung ist ein hoher Wert, der aber auf den Schutz durch die Gemeinschaft angewiesen und daher von einander abhängig ist. Das Gebot Leben zu bejahen, steht dem nicht zwingend entgegen… Leben, was heißt das?

Leben heißt auch Leiden. Obwohl wir nach Glück streben, können wir Leid in jeglicher Form nicht vermeiden. Ist menschliches Leid aber sinnlos? Und das Christentum eine Religion des Leidens?

Glauben hilft Leiden zu ertragen. Leid ist keine Strafe oder Rache. Das Kreuz des eigenen Lebens, sein Leid ertragen, ist unsere Aufgabe. Aber gleichermaßen auch einander in „Liebe“ annehmen, in Solidarität und Menschlichkeit begegnen und in Beziehungen treten; dies bis zum Tod, der uns, so die Hoffnung, Freiheit vom Leid bringt.

In Christus ist Gott ganz Mensch geworden, hat das menschliche Leid ertragen und uns gezeigt, dass wir Hoffnung auf die Auferstehung haben dürfen, weil auch Gottes Sohn gestorben ist, wie wir sterben; weil er begraben worden ist und weil er nicht im Tod geblieben ist. Tödliche Krankheiten und das „Sterben müssen“ stehen uns Mensch bevor und wir können nicht am irdischen Leben festhalten. Es gibt kein gutes Leben vorher, dass daran etwas ändert.

Ebenso kritisch ist die Überzeugung anzusehen, nur das gelten zu lassen, was bisher nach Rechtgläubigkeit als das einzig Wahre galt und alles andere zu verteufeln, was nicht dieser oder der eigenen Überzeugung oder festgelegten, normierten Ansprüchen genügt. Glaube im Sinne der Nachfolge Jesu ist nicht das Erfüllen und Befolgen von Regeln, obwohl dies verlockend ist, weil es Sicherheit verspricht.

Nein, gefragt ist hier aufrichtig und mit ganzem Herzen Jesus und seiner Botschaft zu folgen und in diesem Bemühen die Gottesbeziehung zu suchen. Glauben leben, lebbar zu machen.

Jeder Mensch kommt irgendwann an den Punkt, wo uns unser Versagen, unsere Schuld, Krankheiten und Leid einholen. Oft stellen wir uns dann die Frage unseres Lebens:

Nach dem Woher und Wohin, nach dem Geheimnis unserer Existenz und oft auch: wie stehe ich zu Gott, wie halte ich es mit Gott?

Wir haben dann die Chance, mit Gott in eine Beziehung zu treten und der Botschaft, die Jesus uns brachte, dem Evangelium, einen Platz in unseren Inneren zu geben, zu glauben und im Glauben zu wachsen, sowie diesen Glauben zu bezeugen.

Wenn Gott „die Liebe“ ist, dann ist, in jeder echten Liebe zwischen Menschen, Gott schlicht da.

Soweit ein paar Gedanken für unseren AUSTAUSCH…

Gedanken für unseren AUSTAUSCH zusammengestellt von Markus Lund


IN DER LIEBE AUFGEHOBEN
Wenn Gott dereinst mich nach dem Leben fragt,
werde ich weinen.
Er wird sein Angesicht mir zuwenden.
Kein scheidendes Wort wird über mich herfallen.
Keine Rechnung.
Kein strafender Blick.
Kein Vorwurf.
Er wird mich ansehen in bergendem Schweigen.
Seine Liebe wird brennen.
Und alle meine Wunden werden verglühen.
die erlittenden.
die zugefügten.
„Ich bin es gewesen, Herr.
all das bin ‚ich’ gewesen“
werde ich stottern mit zittriger Stimme,
beschämt und frei.
Ich werde abermals weinen.
Und Gott wird meine Tränen trocknen,
er wird sagen „Komm!“
und mich hineinbitten in sein Herz,
wo ich immer schon war
– und glaubte es nicht.  

aus R. Körner „Warum ich an das ewige Leben glaube“

Ewiges Leben

eForum #8: „Ewiges Leben?“

Das eForum findet statt am Samstag, 06.02.2021 von 18:00 bis ca. 19:30 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Wir werden uns zu diesen Themen austauschen:

  • Ewiges Leben?
  • Leben vor und nach dem Tod?
  • Austausch zu lebenspraktische Erfahrungen:
    • Wie kommt man zum “ewigen Leben”?
    • Sterbehilfe?
    • Glauben und Vertrauen zur Lebenshilfe
Ewiges Leben

Tauschen wir uns gemeinsam aus zu diesem Thema.

Moderation: Markus Lund

Impulstext:

Ewigkeit,ewig = Unendlichkeit,Unvergänglichkeit,Dauer, ohne zeitlichen Anfang und Ende

„Ewiges Leben“ ist ein Begriff der jüdischen und christlichen Theologie, der sich sowohl auf Gott als auch auf den Menschen bezieht. Es ist keine unendliche Verlängerung des irdischen Lebens gemeint, sondern eine Beschreibung eines Lebens, das weder von Schuld noch vom irdischen Tod begrenzt, in der Gemeinschaft mit Gott (in Gottes Reich) erwartet wird…

Bibel NT= Beim Evangelisten Markus (Markus 10,17-25 und Mar 12,24) spielt eine entscheidende Rolle, dass der Mensch sich der „Frohen Botschaft Jesu“ öffnet, um im Reich Gottes ein Leben nach dem Tod zu erlangen… Und der Evangelist Johannes (Joh. 3,16-18) verbindet den Glauben an Jesus eng mit dem „Ewigen Leben“.

Ewiges Leben könnte man als Hoffnung, die uns Jesus verheissen hat, bezeichnen; quasi ein Leben in der unermesslichen, unbegreiflichen Fülle des Erbarmens und der bedingungslosen Liebe; was eigentlich unsere Vorstellung und Fantasie übersteigt (dazu = 1.Kor. 2,9 „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereit hat, die ihn lieben, auf dieses Leben hoffe ich.“)

Wie kommt man zu ewigen Leben? (zum Glauben und Vertrauen?)

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich…“ (Joh.14,6).
Im Glauben und Vertrauen an Jesus und seiner Botschaft; sowie im Bemühen Jesus zu folgen, um Gott kennenzulernen, zu erfahren; auf Gott zu vertrauen, eine Gottesbeziehung aufzubauen und zu glauben.

Sterbehilfe?

Ein schwieriges Terrain: Viele Fragen:

  • Wem gehört mein Leben? Gott? Der Gesellschaft? Mir selbst?
  • Was ist richtig und was ist falsch?
  • Was ist gut und was ist böse?

Viele Antwortmöglichkeiten mit Gegensätzlichen Aussagen oder Überschneidungen, unterschiedliche Perspektiven, Beurteilungen und Erkenntnissen!

Werden wir diese Fragen beantworten können? Denken wir an den Baum der Erkenntnis im Paradies – die verbotene Frucht! Ist hier nicht ein friedlicher Dissens gleichermassen abzuwägen ? So wie sich die Freiheit und die Liebe sich gegenseitig bedingen, ermöglichen und begrenzen!

Die freie Selbstbestimmung ist ein hoher Wert, der aber auf den Schutz durch die Gemeinschaft angewiesen und daher von einander abhängig ist. Das Gebot Leben zu bejahen, steht dem nicht zwingend entgegen… Leben, was heisst das?
Leben heisst auch Leiden. Obwohl wir nach Glück streben, können wir Leid in jeglicher Form nicht vermeiden. Ist menschliches Leid aber sinnlos? Und das Christentum eine Religion des Leidens?

Glauben hilft Leiden zu ertragen. Leid ist keine Strafe oder Rache. Das Kreuz des eigenen Lebens, sein Leid ertragen, ist unsere Aufgabe. Aber gleichermassen auch einander in „Liebe“ annehmen, in Solidarität und Menschlichkeit begegnen und in Beziehungen treten; dies bis zum Tod, der uns, so die Hoffnung, Freiheit vom Leid bringt.

In Christus ist Gott ganz Mensch geworden, hat das menschliche Leid ertragen und uns gezeigt, dass wir Hoffnung auf die Auferstehung haben dürfen, weil auch Gottes Sohn gestorben ist, wie wir sterben; weil er begraben worden ist, wie alle Menschen und weil er nicht im Tod geblieben ist.

Tödliche Krankheiten und das „Sterben müssen“ stehen uns Mensch bevor und wir können nicht am irdischen Leben festhalten. Es gibt kein guten Leben vorher, dass daran etwas ändert.

Ebenso kritisch ist die Überzeugung anzusehen, nur das gelten zu lassen, was bisher nach Rechtgläubigkeit als das einzig Wahre galt und alles andere zu verteufeln, was nicht dieser oder der eigenen Überzeugung oder festgelegten, normierten Ansprüchen genügt. Glaube im Sinne der Nachfolge Jesu ist nicht das Erfüllen und Befolgen von Regeln, obwohl dies verlockend ist, weil es Sicherheit verspricht.

Nein, gefragt ist hier aufrichtig und mit ganzem Herzen Jesus und seiner Botschaft zu folgen und in diesem Bemühen die Gottesbeziehung zu suchen. Glauben leben, lebbar zu machen.

Jeder Mensch kommt irgendwann an den Punkt, wo uns unser Versagen, unsere Schuld, Krankheiten und Leid einholen. Oft stellen wir uns dann die Frage unseres Lebens:
Nach dem “Woher” und “Wohin”, nach dem Geheimnis unserer Existenz und oft auch: “Wie stehe ich; Wie halte ich es mit Gott?”

Wir haben dann die Chance, mit Gott in eine Beziehung zu treten, der Botschaft, die Jesus uns brachte, dem Evangelium, einen Platz in unseren Inneren zu geben, zu glauben und im Glauben zu wachsen, sowie diesen Glauben zu bezeugen.

Wenn Gott „die Liebe“ ist, dann ist in jeder echten Liebe zwischen Menschen, Gott schlicht da.

Gedanken für unseren AUSTAUSCH zusammengestellt von Markus Lund


IN DER LIEBE AUFGEHOBEN
Wenn Gott dereinst mich nach dem Leben fragt,
werde ich weinen.
Er wird sein Angesicht mir zuwenden.
Kein scheidendes Wort wird über mich herfallen.
Keine Rechnung.
Kein strafender Blick.
Kein Vorwurf.
Er wird mich ansehen in bergendem Schweigen.
Seine Liebe wird brennen.
Und alle meine Wunden werden verglühen.
die erlittenden.
die zugefügten.
„Ich bin es gewesen, Herr.
all das bin ‚ich’ gewesen“
werde ich stottern mit zittriger Stimme,
beschämt und frei.
Ich werde abermals weinen.
Und Gott wird meine Tränen trocknen,
er wird sagen „Komm!“
und mich hineinbitten in sein Herz,
wo ich immer schon war
– und glaubte es nicht.  

aus R. Körner „Warum ich an das ewige Leben glaube“