eForum #10: „Sterbehilfe – Ein schwieriges Thema und viele Fragen: zwischen Ethik und Moral“

Das eForum findet statt am Freitag, 09.04.2021 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr.
Die Teilnahmemöglichkeiten via Telefon zu diesem eForum finden sich hier.

Wir werden uns zu diesen Themen austauschen:

  • Sterben
  • Sterbeprozess
  • Übergang vom Leben in den Tod

Tauschen wir uns gemeinsam aus zu diesem Thema.

Moderation: Markus Lund/Piet Baumgärtner

Impulstext (aktualisiert 2. April 2021):

Definition Sterbehilfe:

Ein Verfahren, mit dem man das Sterben eines Menschen zu erleichtern versucht.
Aktive Sterbehilfe: Man spricht von der aktiven Sterbehilfe, wenn ein Patient ausdrücklich nach der Tötung seiner selbst verlangt und der Tod durch ein Eingreifen von aussen eintritt.
Passive Sterbehilfe: Bei der passiven Sterbehilfe wird auf Wunsch des Patienten eine bestimmte Behandlung unterlassen oder abgebrochen, insbesondere das Durchführen von lebensverlängernden Massnahmen. Es findet also das Unterlassen einer Tätigkeit statt (passiv) und es wird keine direkte Durchführung einer Tötung (aktiv) ausgeführt.

Unter dem Begriff Tötung auf Verlangen versteht man das Töten eines anderen Menschen auf dessen ernsthaften und eindringlichen Wunsch hin. Die Tötung auf Verlangen ist im deutschen Recht ach §216 StGB ein Straftatbestand innerhalb der Tötungsdelikte.

Gedanken zum Thema:

Wem gehört mein Leben? Gott? Der Gesellschaft? Mir selbst?
Was ist richtig und was ist falsch? Was ist gut und was ist böse?

Viele Fragen und Antwortmöglichkeiten mit gegensätzlichen Aussagen oder mit Überschneidungen; mit/aus unterschiedlichen Perspektiven, Beurteilungen und Erkenntnissen!

Wie stehe ich selbst zu dieser Frage?
Was ist für mich selbst „gut“; was ist für mich selbst „böse“?
Denken wir an den Baum der Erkenntnis im Paradies – die verbotene Frucht der Erkenntnis!
Ist hier nicht sogar eher ein friedlicher Dissens gleichermassen abzuwägen? So ähnlich, wie sich die Freiheit und sich die Liebe gegenseitig bedingen, erst gegenseitig ermöglichen und begrenzen?

Die freie Selbstbestimmung ist ein hoher Wert, der aber selbst auf den Schutz durch die Gemeinschaft angewiesen ist und daher auch ebenso voneinander abhängig ist.
Das Gebot „Leben zu bejahen“ steht dem nicht zwingend entgegen… Leben, was heisst das?

Leben heisst auch Leiden
Obwohl wir nach Glück streben, können wir Leid in jeglicher Form nicht vermeiden. Ist menschliches Leid aber sinnlos? …und das Christentum eine Religion des Leidens?
Glauben hilft Leiden zu ertragen (davon bin ich überzeugt). Leid ist keine Strafe oder Rache an sich.

Das Kreuz des eigenen Lebens, sein Leid ertragen, ist unsere Aufgabe. Aber gleichermassen auch einander in „Liebe“ anzunehmen, in Solidarität und sich Menschlichkeit zu begegnen und in Beziehungen treten; dies bis zum Tod, der uns, so die Hoffnung: Freiheit vom Leid bringt.

In Christus ist Gott ganz Mensch geworden, hat das menschliche Leid ertragen und uns gezeigt, dass wir Hoffnung auf die Auferstehung haben dürfen, weil auch Gottes Sohn gestorben ist, wie wir sterben; weil er begraben worden ist und weil er nicht im Tod geblieben ist.

Tödliche Krankheiten und das „Sterben müssen“ stehen uns Menschen bevor und wir können nicht am irdischen Leben festhalten. Es gibt kein gutes Leben vorher, dass daran etwas ändern könnte (das wir alle irgendwann sterben werden).

Ebenso kritisch ist die Überzeugung anzusehen, nur das gelten zu lassen, was bisher nach Rechtgläubigkeit als das einzig Wahre galt und alles andere zu verteufeln, was nicht dieser oder der eigenen Überzeugung oder festgelegten, normierten Ansprüchen genügt. Glaube im Sinne der Nachfolge Jesu ist nicht das Erfüllen und Befolgen von Regeln, obwohl dies verlockend ist, weil es Sicherheit verspricht.

Gefragt ist hier eher aufrichtig und mit ganzem Herzen Jesus und seiner Botschaft zu folgen und in diesem Bemühen eine Gottesbeziehung zu suchen. (Glauben leben, lebbar zu machen.)

Jeder Mensch kommt irgendwann an den Punkt, wo uns unser Versagen, unsere Schuld, Krankheiten und Leiden einholen. Vielleicht stellen wir uns dann die Frage unseres Lebens:
Nach dem Woher und Wohin, nach dem Geheimnis unserer Existenz und wie stehe ich selbst zu Gott?

Wir haben dann die Chance, mit Gott in eine Beziehung zu treten und der Botschaft, die Jesus uns brachte, einen Platz in unseren Inneren zu geben – schlicht zu „glauben“.

Gedanken zum Austausch vom 9. April 2021, zusammengestellt von Markus Lund